Board Sports History by Hildegard Suntinger

Die Geschichte der Board Sports reicht über Jahrtausende in die Vergangenheit und führt vom Surfen (Wellenreiten) über das Snowboarden bis zum Skateboarden. Prähistorische Funde beweisen, dass schon 3000 v. Chr. gesurft wurde. In Peru entdeckte Steinzeichnungen zeigen Menschen auf schwimmenden Geräten stehen, angetrieben vom Meer. Ein auf einem Gutshof in St. Lary (Pyrenäen) gefundenes Snowboard belegt, dass auch das Snowboarden eine lange Geschichte hat. Unglücklicherweise war es trotz 'Carbon 14' unmöglich, das Alter des Boards zu ermitteln. Schätzungen zufolge könnte das Massivholz-Board bereits 300 v. Chr. gebaut worden sein?! Wenn es im Snowboarden bis vor Anbruch des 20. Jahrhunderts an Überlieferungen fehlt, so gibt es im Surfen nicht nur Überlieferungen, sondern auch Zeitzeugen und Aufzeichnungen. James Cook war 1777 der erste Europäer, der die Hawaiianer beim Surfen beobachtete. In Europa wurden die zeitgenössischen Board Sports erst 1965 durch eine Performance kalifornischer Surfer im südfranzösischen Biarritz populär. Jim Fitzpatrick, einer der Surfer, hatte auch zwölf Skateboards im Gepäck, die er an Einheimische verschenkte. Nach Abreise der Kalifornier sollte Biarritz nie mehr dasselbe sein! Und die Verbreitung des Boarder Spirit im Rest von Europa war nur noch eine Frage der Zeit. Im Vergleich zur archaischen Surfkultur, erscheinen Snow- und Skateboarding als sehr junge Sportarten. Dies liegt möglicherweise daran, dass das Boarden auf festem Untergrund zuvor 'Kinderspiel' war, oder als Erleichterung der Fortbewegung, bzw. des Transportes gesehen wurde. Mangels Überlieferungen setzen wir folglich in der jüngeren Geschichte an - im 20. Jahrhundert, als Board Sports zum prägenden Bestandteil der Jugendkultur wurden. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen die Surfer an den Küsten Kaliforniens das Wellenreiten mit dem 'Surfen' auf Asphalt zu verbinden - und das Skateboarding fand rasch unter dem Begriff 'Sidewalk Surfing' Verbreitung. Das Wellenreiten inspirierte auch den zeitgenössischen Erfinder des Snowboards, als dieser in den 60er Jahren vor sein Haus trat und auf einem schneebedeckten Hügel 'eine Welle' erblickte. Er schraubte mit ein paar Dübeln 2 Schi zusammen und hatte ein schneetaugliches Surfboard, den Snurfer! Die weiteren Entwicklungen des Snowboards waren eng mit der Surf- und Skateszene verwoben. Die Art des Ridens entwickelte sich mit fortschreitender Boardtechnik. Die hawaiianischen Vorfahren sahen die Herausforderung im unermüdlichen 'Fangen der Welle'. Die 150 Pfund schweren Boards aus Massivholz waren kaum zu steuern. Und die Kraft der Welle wurde genutzt, um zielsicher am Strand einzulaufen. Hohlkonstruktionen, Kunststoffe, Finnen und eine deutliche Verkürzung der Boards sollten dies im Laufe der Zeit ändern. Ursprünglich wurde der Ritt auf den Wellen mit verrückten Stunts unterlegt, so gab es Surfer, die auf einem Stuhl sitzend Ukelele spielten oder Hand- und Kopfstand vorführten. Im Skateboarden war die Performance anfangs durch schwerfällige Tonrollen limitiert - und die mangelhafte Manövrierbarkeit wurde durch akrobatische Übungen auf dem Board kompensiert. Hoch oben in den verschneiten Bergen war die Zielsetzung fürs erste klar: Downhill! Die ersten Rennen im Snowboarden wurden kamikazenhaft auf steiler, eisiger Piste absolviert. Die große Kunst war es, nicht zu Fallen. Ohne Kanten und P-TEX-Belag lag dies auch zweifellos im Bereich der Kunst. Die Rebellion, welche allen drei Sportarten anhaftet, kann historisch belegt werden. Die hawaiianische Surfkultur sollte 1820 der Mission europäischer Christen zum Opfer fallen. Die Skateboarder wurden 1965 wegen 'Gefährdung der allgemeinen Sicherheit' von Kaliforniens Straßen verbannt. Radikale Absichten wurden auch den Snowboardern in den frühen 80er Jahren unterstellt. Ihnen war der Zutritt zu Pisten und Liftanlagen untersagt, weil sie den jungfräulichen Powder mit ihren weiten tiefen Schwüngen 'zerstörten' und 'Skifahrer wie Kegel umwarfen'?! Die Fortführung und Verbreitung der Board Sports ist Individualisten zu verdanken, die sich nicht von der öffentlichen Meinung in die Irre führen ließen - und genialen Boardern und Technikern, die den Sport mit immer wieder neuen Techniken in immer wieder neue Performance-Sphären schnellen ließen. Wie eng die Verbindung zwischen Sport und Industrie ist, zeigt sich am besten am Beispiel der 1. Snowboard Weltmeisterschaften, 1983 in Soda Springs, Lake Tahoe, Kalifornien. Diese waren von Sims organisiert - und der Wettbewerb wurde zwischen dem Burton Team, inklusive Jake Burton und dem Sims Team, inklusive Tom Sims, ausgetragen. Die offizielle Anerkennung der Board Sports erfolgte in allen drei Fällen mit einer steigenden wirtschaftlichen Akzeptanz. Auf Hawaii entdeckten amerikanische Geschäftsmänner zu Ende des 19. Jahrhunderts das Surfen als Touristen-Attraktion wieder. Die Skateboarder errangen durch die vier Trendwellen mit technischen Fortschritten und dem Rückzug von der Straße in Skateparks Teilsiege im Kampf gegen das Establishment. Um die Zukunft des Sports zu sichern, erwirkte die IASC (the International Association of Skateboard Companies) eine Gesetzesänderung in Kalifornien, welche Skateboarden als 'gewagte Sportart' klassifiziert und bei Verletzungen eine Haftbarmachung der Öffentlichkeit verhindert. Die Politiker ließen sich nicht zuletzt von dem für sie überraschend großen Wirtschaftszweig überzeugen. Im Snowboarden war es der massive Einspruch der Snowboard Companies und die zunehmende wirtschaftliche Kraft, welche die Tourismusgebiete und Liftbetreiber - schließlich zu ihrem eigenen Vorteil - überzeugte. Über die Jahrtausende verbreitete sich der Geist der hawaiianischen Vorfahren ungeachtet von Rasse, Kultur und Religion weltweit - und Boardsports auf Wasser, Asphalt und im Gebirge, sind heute ein Teil der globalen Jugendkultur. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Kult in den vergangenen 80er Jahren. Als zu Skate- und Surf- das Snowboard populär wurde und die Szenehelden zu Stars avancierten. Dazu Rodney Mullen, der dominierende Freestyle Skateboarder in den 80ern: " I felt like a Rockstar." Auch Tom Curren, der zu Beginn der 80er Jahre das amerikanische Surfen nach zehnjähriger Dominanz der Australier neu inspirierte, wurde wie ein Star gefeiert. Wenn Curren bei Contests aus dem Bewerberzelt trat, tobte die Menge am Platz. Die US-Snowboarder Tom Sims und Steve Link gelangten in die Hall of Fame, als sie 1985 Superagent James Bond im Film 'A View to Kill' doubeln. Es gibt heute weltweit 30 Mio. Snowboarder, ... Jeder, der die Faszination des Gleitens auf dem Board erlebt und den Spirit der Szene fühlt, ist begeistert. Für diesen Effekt gibt es verschiedene Erklärungen - und jeder hat vielleicht seine ureigene. Im Editorial einer Ausgabe des US-Magazins 'surf guide' vergleicht Nick Carroll Surfer z. B. mit Musikern. ... "Es gibt eine ähnliche Verflechtung von Technik und Gefühl, einen ähnlichen Flow unbewusster kultureller Wurzeln und einen ähnlichen Individualismus." ... Auf der Suche nach einer allgemein gültigen Erklärung und einem roten Faden durch die Geschichte, ist vielleicht bereits bei der Beobachtung Captain Cook's anno 1777 anzusetzen: Er sah zwar keinen Sinn in der Tätigkeit aber wohl den Spaß welchen diese den Hawaiianern bereitete. .... 200 v. Chr. Die hawaiianischen Vorfahren kreieren ein fein geformtes Wellenreitbrett aus heimischen Hölzern wie Koa und Wili Wili. Die hochentwickelten Konstruktionen werden mit Koralle und Steinwerkzeug hergestellt. Die Feinarbeit erfolgt mit Haifisch-Sandpapier, Vulkan-Bimsstein und Schleifmitteln. Der ursächliche Grund für den Bau und die Nutzung der Surfboards sind rituelle und religiöse. Das Ritual beginnt bereits bei der Wahl des Baumes, der für die Konstruktion des Surfboards gewählt wird. Für die Nutzung dieses Baumes opfern die Hawaiianer den Göttern einen Fisch. Nach Gesängen und Beschwörungen durch den Priester wird der Baum zum Strand gebracht und dort nach allen Regeln der Kunst zu einem Surfboard geformt. Die Boards wiegen etwa 150 Pfund und werden von Frauen und Männern geritten. Es gibt 3 Typen von Surfboards: olo, kikoío und alaia. Das olo ist mittig dick und läuft zu den Kanten hin schmal aus. Es ist gut für dünende Wellen, die sich flach strandwärts bewegen. Das kikoío erreicht eine Länge von 12 bis 18 Fuß und eignet sich für hart brechende Wellen; es surft gut, ist aber schwer zu riden. Das alaia ist 9 Fuß lang, dünn und weit in der Front und zum Ende hin spitz zulaufend. Versierte Surfer benutzen es regelmäßig. Andere fürchten es. Surf Festivals sind bis in das frühe 19. Jahrhundert populär. Von Mitte Oktober bis Mitte Januar legen die Hawaiianer die Arbeit nieder und verbringen ihre Zeit mit tanzen, feiern und surfen. Nicht selten werden Hab und Gut auf den Ausgang eines Contest verwettet. Die königliche Klasse fordert den höchsten Ruhm für Geschicklichkeit mit Board und Wellen. Sie hat ihre eigenen Beter, Sänger, Boardbauer, Holz - und auch Strände, an denen sie alleine mit anderen ihres Ranges surfen dürfen. Eine Welle zu reiten, die der Königsklasse zusteht, kann tödliche Folgen haben. 1777 Cook, der englische Seefahrer kommt an und wird als Gott gefeiert. Captain C. übersteht seinen Empfang und wird später von zornigen Eingeborenen umgebracht. Er ist der 1. Europäer, der die Hawaiianer beim Surfen beobachtet. Er versteht zwar ursprünglich nicht, worum es geht, ist aber berührt von dem Spaß, den es den Hawaiianern offensichtlich bringt. 1820 Neuengland- Missionare kommen an und verbieten 'heidnische Handlungen' wie Surfen, Singen und Tanzen. Sie drängen die Hawaiianer in dubiose moralische Zwänge. Viele Eingeborene sterben und der Surfsport ist bald ausgerottet. Für gezählte Unbeirrbare, bleiben die eigenen Götter stärker, als die 'Importierten'. 1894 Die australische Wasserrettung, 'Life Saving Society' wird in der Küstengegend von Sydney gegründet. Bodysurfen wird an den australischen Küsten populär und das Board wird zur wesentlichen Gerätschaft der Wasserrettung. Der Surfsport lebt durch einige junge 'Haole' (Nicht Hawaiianer) am Waikiki Strand wieder auf. Die Surfer werden als 'Beach Boys' von amerikanischen Geschäftsleuten eingestellt, um Touristen zu unterhalten. Lifeguards, welche die Strände überwachen und sichern, sind in der Regel Wellenreiter. 1898 Zwei prominente amerikanische Autoren, Jack London und Mark Twain, besuchen Waikiki Beach in Hawaii und sind verzaubert vom Surfsport, der in ihren Augen die neue maskuline Überschwänglichkeit und Naturliebe verkörpert. Surfen besitzt zweifellos alle Zutaten, um der steifen Langeweile der Bourgeoisie zu entkommen. 1900 Importierter kalifornischer Mammutbaum und gängiges Eisenwerkzeug werden für das Jahrhunderte alte Surfen adaptiert. 1906 Der 'Bondi Surf Bathers Life Saving Club' wird von den hawaiianischen Body Surfern gegründet - und bildet den Ursprung der heute weltweit renommierten und 80.000 Mitglieder umfassenden SLSA. 1907 George Freeth, der Sohn eines Iren und einer Hawaiianerin wird von dem Industriellen Henry Huntington aus Los Angeles eingeladen, um das Surfen in Redondo Beach, Kalifornien vorzustellen. Jack London veröffentlicht den Artikel 'A Royal Sport: Surfing at Waikiki' in einer Ausgabe von 'Woman's Home Companion'. 1908 Der Lifestyle der hawaiianischen Beachboys erhält mit der Gründung des 'Outrigger Canoe Club' durch Alexander Hume Ford' offiziellen Charakter. 1909 Die SLSA, Surf Life Saving Association of Australia' wird offiziell gegründet. Ihr Motto lautet: 'Vigilance and Service' (Wachsamkeit und Service) und das Emblem - ein Lebensretter mit Gürtel und Riemen versehen, der das Meer, bzw. die Wellen beobachtet, ist bis heute auf australischen Brettern zu sehen. 1912 C.D. Patterson aus Sydney bringt aus Hawaii ein Surfboard mit nach Hause. Nachdem es niemand versteht, damit umzugehen, endet es als 'eisernes Board' in seinem Haushalt. 1912 Der hawaiianische 'Beach Boy' Duke Kahanamoku, Goldmedaillensieger im 100 m Freestyle Schwimmen bei der Olympiade in Stockholm, reist um die Welt und sorgt für die Verbreitung des Surfsports. Mit einem Taschenmesser, einem Holzbrett und ein bisschen Zeit, fertigt der 'menschliche Fisch' Surfboards als Geschenk für seine neuen Freunde - und knüpft an die Rituale der hawaiianischen Tradition an. 14-18 Während des 1. Weltkrieges werden in Europa stationierte Soldaten beobachtet, die zum Zeitvertreib seitlich auf Fasstauben stehend, über schneeverwehte Hügel hinunterrutschen. Die wahren Pioniere des Snowboardsports? 1917 Duke Kahanamoku führt seine Wellenreitkünste am Strand von Freshwater Beach nahe Sydney vor. Durch seine spektakuläre Vorführung - Duke fährt die Wellen stehend, kniend und im Kopfstand ab - beginnt der steile Aufstieg der Surfgeschichte Australiens. Vor seiner Abreise schenkt Duke sein Board dem Jungen Claude West. 1919 Claude West siegt im Alter von 14 Jahren bei der australischen Wellenreitmeisterschaft und bleibt bis 1924 ungeschlagen. Claude rettet mit Duke's Board 1.500 Menschen vor dem Ertrinkungstod. 1924 Der Amerikaner Tom Blake kehrt von einer Surfreise aus Hawaii zurück, geht in das Bishop Museum und studiert die Surfboards, welche die alten Meister benutzten. Er schnitzt aus Mammut das 'Cigar Board': Ein alter olo Shape, bei dem er die Kernmasse eines Monolith Boards ausbohrt. Das dünnhäutige, 60 Pfund leichte Wunder gewinnt sowohl die Hawaiianischen Meisterschaften als auch die an der Pazifik Küste. 1926 Blake kreiert Paddelboards aus Marinesperrholz, ein Ausläufer der deutschen Monocoque Luftfahrt Technologie im 1. Weltkrieg, genauso wie solche mit konventionellerer Mahagoni Verschalung. Tom Blake gewinnt mit diesem Board die 1. Meisterschaften an der Pazifik Küste. Es gibt welche, die sagen, dass sie an diesem Tag erstmals ein Board wenden sahen. Blake wendet, indem er mit dem rechten oder linken Fuß im Wasser ausbalanciert. Die Thomas N. Rogers Company of Venice California baut und vermarktet die Blake Designs. Später vergibt Blake das Produkt in Lizenz und die 'L. A. Ladder Company und Catalina Equipment Co.' produzieren die Sperrholz-Boards in hohen Stückzahlen. Blake's neues Design wird 1930 als das 'Hawaiian Hollow Surfboard' patentiert und avanciert zur Standardausrüstung der frühen kalifornischen 'Lifeguard Corporation'. Blake ist 1935 einer der ersten, der eine Finne am Tail seiner Boards anbringt - um so Stabilität und Steuerbarkeit der Boards zu verbessern. Auch das erste, dem Surfen gewidmete Buch, 'Hawaiian Surfboard', schreibt Tom Blake. 1929 M.J. Jack Burchett schneidet ein Brett aus Sperrholz und befestigt seine Füße mit einem Stück Stoffband und Pferdezügeln daran. Das erste Snowboard ist erfunden! 1930 Die kalifornischen Surfer der 30er Jahre sind als 'watermen' bekannt. Schwimmend, fischend, tauchend, bootfahrend und am Strand lebend, haben sie eine multidimensionale Beziehung zum Meer. Das Universalkleidungsstück der Watermen? Abgeschnittene Levi's! In der Vorkriegszeit symbolisieren Surfer einen entspannten Lebensstil, der im Kontrast zur verunsicherten Gesellschaft steht. Sie entwickeln sich zu einer gegenkulturellen Sache in der Art von James Dean, zu einem Signal für Anderssein. Diese Identität hält sich bis zum Ende der 50er Jahre, als die Kommerzialisierung die subversive Bedeutung von Surfen verdunkelt. 1932 Mit wasserdichtem Kleber, Balsa und Föhrenleisten produziert Meyers Buttes das erste kommerzielle Surfboard im Familienbetrieb, der sich ursächlich mit der Herstellung von Fertigteilhäusern beschäftigt. Der Markenname 'Swastika' ist kein Zufall und bezieht sich humorvoller Weise auf Hitlers Symbol für das 3. Reich. 1934 Fran Heath und John Kelly schlagen den Tail ihrer Bretter in Black Point auf Oahu ab. Ihre Hot Curl Boards ermöglichen eine kritische Positionierung in der Power Pocket. Jüngere Anhänger wie Wally und Keoki treiben die Sache voran - steiler und tiefer. 1934 Die Zahl der Surfer an der kalifornischen Küste steigt auf 80. Nachdem die Surfergemeinde bis in die frühen 40er Jahre leicht überblickbar ist, wird jeder Neuzugang ordnungsgemäß notiert. In dieser Zeit hören die Surfer allerdings auf, sich auf der Straße zu grüßen. 1939 Die 1. Schiffsladung Surfboards wird vom Festland nach Hawaii exportiert. Als Duke Kahanamoku das Produkt gutheißt, ist er der 1. gesponserte Pro-Rider. Über die Jahre der Produktion weichen Fichte und Mammut Baum allmählich leichterem Balsa. 1939 Buster Wilson aus Point Loma, San Diego, behauptet, bereits in dieser Zeit Skate-Roller und -Boards hergestellt zu haben. 1939 Vern Wicklund gleitet seitwärts auf einem Snowboard einen Hügel in Chicago hinunter. So beweist es ein Video. Wicklund hat ein Patent für sein Board, das Fußlaschen, Nose-Schnur, und eine aufgebogene Nose hat, nicht unähnlich den Boards, die 30 Jahre später fabriziert werden. 1947 Pete Peterson baut das 1. hohle Fiberglas Surfboard. 1948 Der Luftraumtechniker Bob Simmons veröffentlicht in den USA eine Sandwich-Konstruktion für Surfboards - Styrofoam Kern und Balsarahmen mit Fiberglas überzogen - und leitet damit einen enormen technologischen Fortschritt ein. Simmons nutzt die Navy Technologie und wendet die Prinzipien der Hydrofoil Physik an. Er nutzt auch ein für den Brückenbau entwickeltes elektronisches Spannungsmessgerät um die strukturelle Integrität seiner Surfboards zu bestimmen. Bob baut später eine Reihe dieser Einheiten mit Joe Quigg und Matt Kivlin in einem Shop in Santa Monica. Die Nachfrage nach den leichteren, schnelleren und billigeren Boards übersteigt Simmons Möglichkeiten bei weitem - nicht zuletzt weil die Drei ziemlich viel Zeit mit Surfen verbringen. Manchmal dauert es ein Jahr, bis ein geordertes Board geliefert wird. Diese Technik bringt Boards mit revolutionären 35 bis 40 Pfund Gewicht hervor, die nun sogar am Autodach transportiert werden können. 1949 Dale Velzy eröffnet den weltweit ersten Surf Shop in Manhattan Beach und verkauft darin ausschließlich Surfboards. 1952 Duke Kahanamoku's Surfboard, von Claude West gehegt und gepflegt, wird in den Freshwater Surfclub in Sydney gestellt. Mit einer Versicherungssumme von 1 Mio. Dollar ist es das wertvollste Surfboard der Welt. 1952 Der kalifornische Surfer Jake O'Neill entdeckt Neopren als das ideale Material für den Surfanzug. Er nennt ihn Wetsuit! Der Werbeslogan dazu lautet: It's always summer on the inside! 1956 Die olympischen Spiele bereiten dem australischen Surfsport einen starken Aufschwung. Eine Gruppe amerikanischer Rettungsschwimmer bringt Malibu Surfboards und Neoprenanzüge mit. Beides wird von den Australiern gerne aufgegriffen. 1957 Das Verkaufspersonal von 'Dow Chemical' kommt in Dana Point an, schenkt dem Boardbauer Hobie Alter einige Poly Polyptyrene Schaumstoffe (Polyurethan) und ermutigt ihn, diese als Alternative zu seltenem Balsa zu untersuchen. Der einzige damals bekannte Plastikschaum, Styrofoam oder Polystyren - hatte den Nachteil, dass er nicht laminiert werden konnte. Polyurethan-Schaum, leicht erhältlich und leicht zu verarbeiten, stellte die Surfindustrie auf den Kopf - und wurde Anfang der 60er Jahre weltweit zum Standard. Ein weiterer Vorteil des Materiales war die Leichtigkeit: Plötzlich wogen Boards nur noch 18 bis 25 Pfund. Es war nicht zuletzt die neue Boardtechnologie, die den Surfboom der frühen 60er Jahre auslöste. 1957 Dave Sweet aus Santa Monica, Kalifornien, ist der erste, der eine Produktion für Polyurethan-Schaum-Boards baut. Sweets Konzept ist einzigartig für ihn, weil er über 100 regulierbare Formen entwickelt, welche ihm die Herstellung extrem hochtoleranter, hochdichter, kundenspezifizierter Boards ermöglichen. Über Jahre verdunkelt die Industriepolitik und die gefangene Surfpresse seine Leistung. In der letzten Dekade erkennen Persönlichkeiten wie Hobie Alter und Gordon Clark seinen wegweisenden Durchbruch an. 1957 Buster Wilson ermuntert den späteren Skateboard-Ambassador Jim Fitzpatrick, Skater Rollen auf einem Brett zu montieren. Jim ist begeistert von dem Gerät und fertigt daraufhin 20 Boards für Freunde an. 1958 Hobie Alter und Gordon Clark beginnen mit der Massenproduktion von Polyurethan-Schaum-Boards. Für den Shape zeichnet Joe Quigg verantwortlich. 1958 Die kalifornische Surfszene boomt. Frederick Kohner erkennt das kommerzielle Potenzial der Surf-Lifestyle-Formel, in welche er Elemente von todesmutiger Sportaktion, asozialem Benehmen, Narzissmus und üblen Humor projiziert und schreibt ein Strandepos, das unter dem Titel 'Gidget' in Hollywood verfilmt wird. Über Nacht wird die Outlaw Surfkultur zum Mainstream. Surfkultur a la Hollywood vermittelt den Eindruck, dass der Verzicht des Surfers auf die Mittelklassekonformität nicht mehr als eine jugendliche Ausschweifung für einen Sommer ist. 'Gidget' wurde in der New York Times als 'Surfporträt eines adoleszenten Amerika' beschrieben. Mit dem Film 'Gidget' ist für viele Surfer das Ende der Romantik angebrochen. 1958 Die coolsten Surftrunks kommen von Take, einem Schneider in Honolulu. Es ist aber fast unmöglich welche zu bekommen. Ein Großteil der Surfer steht noch immer mit Boxershorts - vier Nummern zu groß und mit einer Kordel gebunden - auf dem Board. 1959 Das kommerzielle Interesse am Skateboard-Konzept steigt und das 1. 'Roller Derby Skateboard' taucht in den amerikanischen Kaufhausregalen auf.Die kalifornischen Surfer beginnen das Wellenreiten mit dem Skateboarden auf Asphalt zu verbinden. 1960 Der Schwerpunkt der Entwicklung von Surfboards verlagert sich zusehends nach Kalifornien. Fast alle in Hawaii gekauften Bretter kommen aus Kalifornien. Hawaii wird zum Surfziel für Surfer aus Kalifornien und später der ganzen Welt. Duke Boyd und Doris Moore präsentieren die Kleidungslinie 'Hang Ten' und avancieren zu den ersten Hard Core Surfbekleidungsproduzenten, die Relevanz im Massenmarkt erlangen. 1971 setzt das Unternehmen 18 Mio. Dollar um. 1961 Die kalifornische Surfszene explodiert. Der Verleger des Surf Guide, Larry Stevenson, Kalifornien, promotet Skateboarding als ein Teil der Surfkultur. Phil Edwards ist der erste Mensch, der in der Pipeline surft. 1962 Barry Bennett beginnt in Australien mit dem Schäumen von Surfboards. Der vierfache Weltmeister im Surfen und Australier Mark Richards, - auch unter dem Signet 'MR' oder dem Spitznamen 'wounded seagull' bekannt - eröffnet 'Val Surf' den weltweit ersten Surfshop im Landesinneren, und zwar in Nord Hollywood, Kalifornien. 1963 Die ersten Pool Rider sind die wahren Pioniere des Skateboarding. Wenn die Ursprünge des Pool Riding nicht klar nachvollziehbar sind, so können die 1. Sessions in Gary Swanson's Pool in Kalifornien bis zum Jahr 1963 zurückverfolgt werden. 1963 Larry Stevenson gründet in Santa Monica 'Makaha Skateboards'. Stevenson orientiert sich in der Form seiner Boards an Surfboards und experimentiert mit Materialien wie Sperrholz oder Schaum - und auch mit Nylonrädern. Makaha sponsert den 1. Skateboard Contest, der an der Pier Avenue Junior High School in Hermosa, Kalifornien abgehalten wird. Vor 100 Zuschauern gewinnt Brad 'Squeak' Blank den Bewerb. Makaha ist auch die 1. Company, die ein Skateboard-Team sponsert. Als der Boom fortschreitet, hat Larry Orders mit 10.000 Boards pro Tag. Von Mitte 1963 bis Ende 1965 verkauft Makaha Boards im Wert von 4 Mio. Dollar. 1963 Der Skateboarder Tom Sims behauptet später, er habe in diesem Jahr für ein Klassenprojekt an der Universität ein Snowboard gebaut und gefahren. Dabei habe er sich an einem Skateboard orientiert. 1963 Am 27. und 28. Dezember - findet die erste Surffachmesse im Stadtauditorium von Santa Monica statt. Die Beach Boys veröffentlichen den Song 'Surfing USA' und stürmen Platz 3 der Billboard Charts. 1964 Skateboarden ist unter dem Begriff 'Sidewalk Surfing' (Gehsteigsurfen) bekannt. Der Surf- und Skateshop 'Val Surf' in North Hollywood, Kalifornien, kreiert gemeinsam mit Hobie Alter, der bereits seit 1950 in seiner Garage Surfboards baut, eine Skateboard Linie. Gordon & Smith, die gemeinsam eine Surfboard Company führen, entwickeln das 1. Fibreflex-Skateboard. 1964 'The Endless Summer', der 1. von einem Surfer namens Bruce Brown produzierte Film, erhebt Surfen zur Suche nach der perfekten Welle. Surfen bekommt eine herausragende Bedeutung, die gegen die Klischees 'professionelle Karriere' und 'Sommerlaune' angeht. Wie der Titel sagt, ist Surfen mehr als ein Sommerspaß für fehlgeschlagene Adoleszente - es ist eine spirituelle Pilgerschaft zur ultimativen Erfahrung. Die Dokumentation zeigt die 35.000 -Meilen-Weltreise der Surfer Mike Hynson und Robert August. Die Beiden werden zu den neuen Surf-Aposteln, die Surfen als Sprache benutzen und ein neues Bewusstsein prägen, nämlich wie der Ozean Menschen aus aller Welt mit einer gemeinsamen Erfahrung verbindet. Beeinflusst von amerikanischen Rettungsschwimmern, die Sydney 1956 besuchten, gewinnt der Australier Midget Farrely die ersten Weltmeisterschaften, die in Manly abgehalten werden. 1965 Jim Cleary organisiert gemeinsam mit dem Magazin 'Surf Guide' europäische Surf-Ferien. Er war im Jahr zuvor im südfranzösischen Biarritz gewesen und hatte erkannt, dass es hier ein Potenzial für eine Surfing Community gibt. Nach Abreise der kalifornischen Surfer sollte Biarritz nie mehr dasselbe sein! 1965 Duke Kahanamoku ist der zeitgenössische Pate des hawaiianischen Surfens und initiiert den 1. professionellen Surf Contest der Welt. Zu den '1. Duke Kahanamoku Invitational Surfing Championships' am Sunset Beach werden die 24 weltbesten Surfer (hauptsächlich Amerikaner!?) eingeladen. Der überraschende Gewinner des Contest ist der 17jährige Jeff Hakman. 1965 Rell Sunn, Hawaiianerin und gerade 14 Jahre alt, gewinnt den ersten Surfcontest, in dem sie gegen Jungs antritt. Rell steht schon seit dem vierten Lebensjahr auf dem Surfboard und ist die erste Rettungsschwimmerin auf Hawaii. Sie hilft, 'Women's Surfing Hui' zu organisieren und die 'Women's Professional Surfing Association'. 1975 gründet sie 'Womens's Professional Surfing Tour' - und 1982 ist sie erstmals im Ranking der Internationalen Pro-Surf-Klasse. Ihre Bemühungen, Kindern Surfunterricht zu geben, bringen Rell Sunn den Titel 'Queen of Makaha'. Ihr 'Menehune Surf Meet' für Kinder findet 23 Jahre hindurch statt. Rell beherrscht auch den Hula-Tanz und das Spiel mit der Ukelele, ist begnadet im Tauchen und Speerfischen. 1998 verliert Rell den jahrelang geführten Kampf gegen den Brustkrebs. 1965 Die Band 'The Beach Boys' verkauft ihr 12millionstes Album! 1965 George Greenough, ein brillanter Ekzentriker aus Santa Barbara, Kalifornien, schockiert die Locals an der australischen Küste mit seinen sehr dünnen, flexiblen 'Kneeboards', die er 'Spoons' nennt. Die Fiberglas-Boards sind schwer zu handeln, bringen aber fantastische Ergebnisse. Greenough's Art die Wellen zu reiten ist ähnlich der heutigen, lässt ihn zu seiner Zeit aber 'außerirdisch' erscheinen. Heute, 34 Jahre später, sagt Greenough stolz: "I killed the Longboard." Seine Einflüsse werden schlagend, als Nat Young 1966 die Weltmeisterschaften auf einem Board bestreitet, welches Greenough's Stiletto Design charakterisiert. Bemerkenswert an seinen Boards ist auch die spezielle Konstruktion der Finne. In den frühen 60er Jahren waren Finnen grob und meist quadratisch geschnitten. Greenough's Finnen haben eine hochseitige Harkenform. Sie folgen der aerodynamischen Gleittheorie, angewandt auf die Bedürfnisse des Surfboards, erlauben einen radikaleren Richtungswechsel, sorgen für eine größere Hebelwirkung und halten gut in der Tube. Greenough's Finnenform hat sich bis zum heutigen Tag gehalten. 1965 Jim Fitzpatrick ist im Dave-Sweet-Surfboard-Team und nimmt gemeinsam mit 85 weiteren Surfern an der von Jim Cleary organisierten Reise ins europäische Biarritz teil. Im Gepäck hat er 12 Skateboards. Bis zum Ende der Reise hat Fitzpatrick alle Skateboards verschenkt. Seine Good Will Tour findet in ganz Europa Widerhall. 1965 Die Zahl der Skateboard-Hersteller steigt. Innerhalb von 3 Jahren werden über 50 Mio. Skateboards verkauft. Skateboarden erlangt eine enorme Popularität - und stirbt im Herbst eines plötzlichen Todes. Der Grund? Technologische Mängel, (bedingt durch die gängigen Tonrollen) welche die öffentlichen Organe auf den Plan rufen.Die Gesundheitsbehörde warnt vor der 'medizinischen Gefahr' und Polizisten ersuchen Skate-Stores im Sinne der allgemeinen Sicherheit den Skateboard-Verkauf einzustellen. Ein paar 'geweihte' Skateboarder halten dem Sport die Treue. 1965 Hobie Alter entdeckt beim Sohn der Firma American Latex ein Set Urethan-Rollen. Die Fahrer sind begeistert, aber Hobies Investoren fürchten den hohen Preis, den die Rollen verursachen würden. Die ersten Skateboards tauchen im größten Surfshop von Newsquay, dem Zentrum der englischen Surfkultur, auf. 1965 Die frühen Skateboarder stehen wie die Surfer barfuß auf dem Board. Einer der 1. Schuhe an den Füßen der Skater ist Converse's 'Chuck Taylor' Modell. Der 1. erklärte Skateboardschuh, 'Randy 720', ist in einer Anzeige von 'The Quarterly Skateboarder' zu sehen. 1965 Der Hobby-Erfinder Sherman Poppen, tritt vor sein Haus in Muskegon, Michigan, USA und entdeckt auf einem schneebedeckten Hügel eine Welle. Er schraubt mit ein paar Dübeln 2 Schi zusammen und hat ein schneetaugliches Surfboard, den Snurfer! 1966 Der Film 'The Endless Summer' kommt in die Kinos und das Surf-Fieber erfasst die Massen. Der TV-Sender CBS sponsert 'Duke Kahanamoku Surf Classic' und verspricht dem Gewinner des Contest Preisgeld in der Höhe von 1.000 Dollar. Die Fernsehübertragung des Event wird von 40 bis 50 Mio. Menschen gesehen. TV-Präsenz und Sponsorship kreieren Surfheros und Surfen verändert sich in etwas, das vermarktet und konsumiert werden kann. Diese Entwicklung ruft Kritiker auf den Plan, die befürchten dass die Seele des Sports verkauft werden würde. Auch wird die Frage gestellt, ob sich Surfen tatsächlich für den Wettbewerb eignet? Die Kritiker denken, dass das Bewertungssystem eine Konformität erzeugt und die Kreativität des Surfers limitiert. Viele Top Surfer kehren dem Leistungsgedanken den Rücken und werden zu Soulsurfern. 1966 Sherman Poppen lizensiert die Snurfer Idee an Brunswick, einen Hersteller von Bowlingausrüstung. Während der folgenden 10 Jahre werden mehr als 10 Mio. Snurfer produziert und über Sport- und Spielzeuggeschäfte verkauft. Das Design ist einfach: Ein dünnes Sperrholzdeck ohne Bindung. Eine an der 'Board-Nase' angebrachte Schnur wird vom Rider in der Hand gehalten und unterstützt so die Führung. 1966 Tom Sims beginnt zu surfen - was zur Folge hat, dass er sich im Shape seiner Snowboards an Surfboards orientiert. 1966 Die Brüder Jim und Paul van Doren gründen gemeinsam mit Gordon Lee und Serge D'Elia das Unternehmen 'Vans'. Im Laufe der Jahre erkennen die Surfer die Qualität der hochwertigen und langlebigen Sneakers. 1966 Die Shortboard-Revolution setzt in der hawaiianischen Honolua Bay ein und lässt Surf-Performances in eine neue Sphäre schnellen. Surfboarddesigner Dick Brewer's neue Surfboards werden bezeichnenderweise 'Pocket Rockets' genannt. Viele Surfer lehnen die neuen Shortboards ab, weil sie denken, dass sie weniger effektiv sind und schwerfälliger im Paddeln. Über die Jahre spaltet sich die Surfwelt in zwei Lager: Shortboarder und Longboarder - wobei sich der Hauptteil im Laufe der Jahre umkehrt und die Mehrheit den Shortboardern gilt. Die leichteren und handlicheren Shortboards machen den Surfsport schließlich auch den Frauen zugänglich. Im Vergleich zu anderen Sportarten flammt im Surfsport keine Gender-Discussion auf. Frauen erhalten Respekt und Anerkennung - so sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Mickey Dora, einer der stilsichersten 'Hotdog' Surfer der 60er Jahre ist ein heftiger Kritiker des organisierten Wettbewerb und Sponsorship im Surfen. In einem Interview erklärt Dora seine Haltung:" Die Bedingungen von Gezeiten, Windrichtung und Dünung, die sich innerhalb von Minuten ändern können, müssen genau richtig für eine optimale Performance sein. Ein Surfer schaut und wartet bis diese Bedingungen zusammentreffen. Das Meer lässt sich nicht auf Sendezeiten festlegen." Als Teilnehmer des 'Malibu Invitational Surf Classic' zieht Dora in der Performance seine Surfshorts hinunter und zeigt 4.000 Zuschauern sein Hinterteil. 1968 Der weltweit 1. Snurfer Contest findet in Blockhouse Hill in Muskegon, Oregon, statt. Die Bewerber laufen mit dem Board in der Hand an und springen im Skimboard-Stil auf um eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Der Donwnhill-Race-Contest wird bis 1979 durchgeführt - den letzten Contest gewinnt übrigens Jake Carpenter Burton. 1969 'Plastic Fantastic', das Surfboard-Label der kalifornischen Surfer Dave Garner und Dan Callahan löst den Trend zu psychedelischen Surfboard-Designs aus. Alle Surfboard-Hersteller an der Westküste folgen dem Trend - auch jene, die glauben, dass 'Lucy in the Sky with Diamonds' und 'Puff the Magic Dragon' Kinderlieder sind. 1969 Larry Stevenson kommt mit der Erfindung des Skateboard Kicktail auf den Markt. Mit den neuen Freestyle Wizards Bruce und Brad Logan im Team sind schnell 50.000 Boards verkauft. Nach dem Einbruch der 1. Welle, ist Makaha auch in der 2. Welle 1973 wieder voll dabei. 1970 Jake Burton Carpenter ist gerade 14 Jahre alt und macht seine ersten Versuche auf dem 'Snurfer'. 1970 Dimitrije Milovic gleitet zum Zeitvertreib auf Kaffeehaus- Tableaus. Dabei kommt dem East-Coast-Surfer die Idee, ein Snowboard zu entwickeln - basierend auf der Funktion von Surfboards und Schiern. 1970 Für kurze Zeit treibt der expansive Surfboard-Markt in Warenhäusern, Pubs und Tankstellen Blüten. Das Auftauchen von längeren Hawaii-orientierten Pintails verursacht eine Veränderung der populären Standard-Boards. 1970 Der Surfer Midget Farrelly eröffnet Midget's Surfblanks und bringt den Schaumwettbewerb zu den Australiern. 1970 Surfen geht durch eine Anti-Establishment-Phase und 'The Golden Breed Expression Session' auf Hawaii ist der Surf-Contest, der diesen Zeitgeist spiegelt. Keine Gewinner, keine Verlierer, nur Performance! Die Idee wird nach dem 1. Event wieder verworfen; was fehlt, ist der Höhepunkt. 1970 Der Surfer Frank Nasworthy entdeckt in einem Hinterhof-Shop namens 'Creative Urethane' in Virginia Roller-Skate-Rollen aus Urethan. Als er diese auf seinem Skateboard - anstelle der Tonrollen - montiert, ist er begeistert von dem geschmeidigen, stabilen und ruhigen Fahrgefühl. 1971 Als ehemaliger Technik- und Design-Student entwickelt Frank Nasworthy eigene Urethan Rollen für Skateboards, die er unter dem Label 'Cadillac Wheels' vermarktet. 1972 Frank Nasworthy erhält die 1. Lieferung seiner 'Cadillac Wheels' und macht sich an den Verkauf. Nachdem die erste große Skateboard-Welle gestorben ist, gibt es kaum Händler. Die wenigen, die es gibt, sind nicht spontan begeistert. Die Urethan Rollen kosten 8 Dollar - zu diesem Preis gibt es bereits ein komplettes Skateboard mit herkömmlichen Tonrollen. Nachdem Frank doch einige Händler gewinnt und ein paar Rollen-Sets verschenkt, setzt das Schneeballprinzip ein. 1972 Zum 'Hang Ten American Pro' (Sunset Bay) wird erstmals ein revolutionäres Judging System, entwickelt von George Downing, eingesetzt. Seit es im Surfsport Preisgelder gibt, wird das herkömmliche 20-Punkte-System als zu subjektiv kritisiert. Downings System ist der 1. Versuch, Surfen als eine Serie von Geschicklichkeiten zu bewerten. Es dauert noch etwa 6 Jahre, bis ein objektives System so funktioniert, wie es gemeint ist - aber Downings System ist der Großvater moderner Judging Methodik. Die Fangleine wird der Surfwelt offiziell vorgestellt - Pat Neill wird in einer Ausgabe von 'Surfer Extra' mit einem am Handgelenk befestigten Band gesehen. 1972 Im Zuge der Kapitalisierung entbrennt ein Streit zwischen Surfern und Regierung um die Erhaltung und Betretbarkeit der kalifornischen Strände. Die Surfer gewinnen den Streit mit einer wirkungsvollen Kampagne, der eine Mehrheit von 55% folgt. Die Causa geht als 'Proposition 20' in die Geschichte ein. Nach diesem Sieg beginnen sich die Surfer aktiv politisch zu organisieren. 1972 Bob Weber, ein Eastcoast Surfer, der auch eine Zukunft im 'Schneegleiten in Surf-Stellung' sieht, denkt, dass eine Bindung der nächste logische Schritt sei und lässt sein 'Skiboard' mit Bindung patentieren. 1990 verkauft Weber das Patent schließlich an Jake Burton. 1973 Auf der großen Insel von Hawaii überzieht Tom Morey einen Polyethylene-Kern mit Zeitungspapier und nennt seine flexible, praktisch unzerstörbare Erfindung 'Boogie'. Er startet schließlich die Herstellung einer Produktionsvariante in Carlsbad, Kalifornien. Diese Einheit ist mit Isolierschaum überzogen und wird in verschiedenen Abwandlungen zum meistgenutzten Surf-Vehikel aller Zeiten. Die Huntington Beach High School wird zur ersten Schule mit einem offiziell sanktionierten Surfteam. 1973 Frank Nasworthy lanciert mit der Entwicklung der Urethan-Rollen die 2. Skateboard-Welle. Lastwagen- und Skateboardhersteller springen über Nacht auf und plötzlich platzt die Industrie wieder vor neuen Ideen und Produkten. Skateboard erwacht aus dem Tiefschlaf und Slalom, Downhill und Freestyle wird von Millionen von Enthusiasten praktiziert. Tony 'Mad Dog' Alva, Skateboarder und Bad Boy hat einen enormen Einfluss auf das Skateboarden. Sein radikaler, aggressiver Style verändert den Sport für immer. Er beherrscht horizontales Terrain genauso gut wie vertikales und ist der Superstar der 70er. 1973 Vans setzt den Fokus in Marketing und Vertrieb auf den Skateboardmarkt. Nachdem viele Skateboarder auch surfen ist dieser Sprung ganz natürlich. Viele Pro's der frühen 70er Jahre tragen Vans und beeinflussen zweifellos die Nachfrage nach dem 'wirklichen Skate Schuh'. 1973 Eine Frau namens Lou Ann Lee beginnt in ihrer Garage Shorts für Skateboarder zu fertigen. Die langlebigen Shorts erscheinen unter dem Label 'Mad Rats'. Der Top Vertical Rider Eddi Elguera promotet die Shorts und Lou Ann's Bruder Brad Dorfman engagiert sich für den Vertrieb. Brad produziert parallel dazu Skateboards unter dem Label 'Vision' - und gewinnt im Laufe der Jahre mit Skateboardern wie Mark Rogowski (Spitzname: Gator) und Mark Gonzalez eine ernsthafte Szenerelevanz. 1973 Larry Gordon und sein Cousin Mike nehmen die Produktion von Fibreflex-Boards wieder auf - mit dem gleichen Equipment, das sie in den 60er Jahren benutzten. Mitte der 70er Jahre produzieren die beiden 500 Boards am Tag - was bei der herrschenden Nachfrage noch nicht genug ist. 1973 Dave Dominy und Larry Balma arbeiten an einem Konzept für Trucks die stark, stabil und auch bei hoher Geschwindigkeit kontrollierbar sind. Die 'Tracker Trucks' finden rasch Anhänger unter den Slalom-Skatern, andere sind weniger enthusiastisch. Als Gordon & Smith den Vertrieb der Trucks aufnehmen, beginnt das Konzept abzuheben. Tracker halten sich durch die 80er und 90er Jahre als eine der populärsten Trucks. 1975 Die Pro Skateboarder Russ Howell und Stacy Peralty reisen für 6 Monate nach Australien, um Skateboarding zu promoten. 1975 Die ASAP, 'Australian Professional Surfers Association', wird gegründet und manifestiert Wellenreiten weltweit als professionellen Sport. Australien zählt neben USA und Brasilien zu den stärksten Surfnationen der Welt. 1975 Die 'Aussies' starten den Sturmangriff auf Hawaii. Michael Peterson ist der Held der australischen Surfszene - und fordert auch von den Hawaiianern größten Respekt. Der Surfstar Jeff Hakman hat die US-Lizenz für das australische Label Quiksilver und bringt die wegen der guten Passform begehrten Surftrunks nach Kalifornien - zu einer Zeit, als die Australier die ganze Surfkultur stark beeinflussen. 1975 Dimitrije Milovic erscheint mit seinen Snowboards, die er 'Winterstick' nennt, in einem zweiseitigen Artikel der März- Ausgabe von Newsweek. 1976 Frank Nasworthys 'Cadillac Wheels, werden von 'Road Rider Wheels' abgelöst. Cadillac Wheels Schwachstelle, die lose Rollenhalterung, wird bei den Road Rider Wheels' mit Präzisionshalterungen wesentlich verbessert. Für die Erfindung der Präzisionshalterungen zeichnet Tony Roderick von Quality Products (Rhode Island) verantwortlich, Vermarktung und Verkauf erfolgt über NHS, die Eigentümer des kurz zuvor gegründeten Labels Santa Cruz. 1976 Der 1. Skatepark wird in Port Orange, Florida, gebaut, gefolgt von 100en weiteren überall in Nordamerika. In den Skateparks tauchen die ersten Halfpipes auf und Freestyle und Slalom kommen aus der Mode. 1976 Der Skateboarder Lonnie Tofter zeigt dem Skateboardhersteller Wee Willie Winkel ein selbstdesigntes Skateboard-Muster in neuer, weiter Form. Wee Willie schneidet die Form aus, Lonnie klebt ein Sims Label darauf und gewinnt mit dem Board den nächsten Contest. Wee Willi produziert daraufhin Tausende von Boards für Sims und andere Hersteller. Der Vorteil der weiteren Form? Die Boards laufen stabiler. 1976 Dimitrije Milovich experimentiert in den Bergen von Utah weiter an seinen 'Wintersticks'. Mit einer Schwalbenschwanz-Fisch-Form zeigt er sich deutlich am Surfboard orientiert. Einige seiner frühen Boards haben bereits Metallkanten - was ein evolutionärer Fehlstart ist, weil diese im Powder von Utah nicht vonnöten sind. 1977 Wellenreiten wird von einigen australischen Schulen in den Lehrplan aufgenommen. 1977 Die Loft/Sims/Winkel-Kooperation findet in Sachen Snowboarding ihre Fortsetzung. Das erste Sims Skiboard 'Flying Yellow Banana' kommt auf den Markt, ein aus Plastik geformtes Board, das auf Schnee gleitet. Die 1. Idee, das komplette Skateboard darauf zu montieren, floppt. Später wird nur noch das Deck darauf montiert und mit Plastikschlaufen für die Positionierung der Füße ergänzt. 1977 Jake Burton, Gründer der weltgrößten Snowboard Company, startet die Produktion von Snowboards und gründet das Unternehmen Burton in Londonderry/Vermont, USA. Das erste Board, ‚the Backhill' wird vorgestellt. 2 Jahre später übersiedelt er in ein Bauernhaus in Manchester, Vermont. Ein Team von 4 oder 5 Leuten produziert, verkauft und repariert die 1. Burton Modelle - die in Varianten von Fiberglas und dampfgebogenem Holz erscheinen. In den ersten paar Jahren ist Snowboarden ein Underground Sport. Die Abfahrten müssen auf Rodelhängen und schneebedeckten Golfarealen erwandert werden - Das Riden auf nicht präpariertem Gelände ist auch die Erklärung dafür, dass die ersten Snowboards mit Finnen ausgestattet sind. Jake leistet große Überzeugungsarbeit, bis die lokalen Skigebiete die Lifte für Snowboarder öffnen. 1977 Mike Olsen, der später die Labels 'Gnu' und 'Lib Tech' gründen sollte, baut sein erstes Snowboard in einer Holzwerkstatt an der Universität. 1977 Die erste Snowboard-Werbung taucht im 'Power Magazine' auf. Winterstick wirbt mit dem Slogan: "The first major advance in winter gravity travel equipment since the ski." 1977 Skateparks finden eine rasche Verbreitung und Skateboarding ist auf Ramps und Bowls fokusiert. Skateboard-Shapes werden weiter und um den Skatern bei Aerials einen besseren Griff zu gewährleisten, werden an der Unterseite der Boards Schienen angebracht. Der Skateboarder Paul Schmitt entwickelt im Alter von 14 Jahren bruchfeste Schienen aus Holz und Fiberglas. Der Nachteil der Schienen? Sie gleiten nicht! Dieses Problem löst Paul mit einem harten, langlebigen Plastik, namens UHMW Polyethylene. Die Schienen werden von lokalen Skatern Schmitt Stix genannt und sind bald in ganz Florida populär. 1981 nimmt Vision den weltweiten Vertrieb von Schmitt Stix auf. 1977 George Powell präsentiert die 1. Doppelradial Rollen für Skateboards unter dem Namen 'Bones'. Die Rollen sind schnell, hochreaktiv und gewährleisten durch einen harten Rand und großen Radius ein wesentlich verbessertes Rollverhalten über Kanten. Die 'Bones' erlangen eine immense Popularität. 1978 Der Snow Skater taucht in einer Anzeige des 'Powder Magazine' auf. Snow Skate kommt mit allem, was man braucht, um 2 kleine Ski an den Skateboard Rollen zu befestigen. 1978 Chuck Barfoot, ein Meister im Surfboarddesign, arbeitet in Forschung und Entwicklung von Sims Skateboards. Er ist überzeugt davon, ein funktionelleres Design, als das des hybriden Skiboards kreieren zu können. Der 1. Sims/Barfoot Prototyp basiert auf der Fischform von Winterstick mit Finnen, einer weiten Löffelnase und einer Bindungskombination von Grip Tape und einem einzelnen Gummi-Strap. 1978 Der Trend im Skateboarding wechselt von Slalom zu Street und Vertical riding - und Boards werden nicht mehr in Fiberglas und Aluminium, sondern in Holz, bzw. Holzlaminaten gefertigt. Alan Gelfand erfindet den 'ollie' oder 'no hands aerial' und bringt Skateboarding auf das nächste Level. Die Skate-Kultur beginnt sich mit Punk- und New Wave- Musik zu vermischen. Totenschädelmotive erscheinen auf den Skateboards - dank der kreativen Kraft von Vernon Courtland und Johnson bei Powell Corporation. Aber wieder einmal tauchen die Versicherungskonzerne auf. Die Versicherung der Skateparks wird so teuer, dass viele Eigentümer schließen. 1978 Ermico Enterprises starten die Produktion eines neuartigen, extrem wendefreudigen Trucks unter dem Label 'Independent'. Als Bobby Valdez damit den ersten Invert, einen 'front side roll in' macht und so einen Contest gewinnt, erlangt Ermico Enterprises innerhalb von 6 Monaten einen Marktanteil von 50%. Für den Vertrieb ist NHS zuständig, die Company, die bereits für die Vermarktung von Road Rider Wheels und Santa Cruz Skateboards verantwortlich zeichnet. 1978 Wes Humpston und Jim Muir, 2 Kunststudenten, beginnen in 'Dogtown', nahe dem kalifornischen Santa Monica, dem damaligen Epizentrum des Skateboardens, mit dem Bemalen von Skateboards. Dutzende von Herstellern folgen dem Beispiel. Die Boards gehen als 'Dogtown Boards' in die Geschichte ein. 1978 Mike Rector und Bob Wolfe entwickeln Schutzbekleidung für Skateboarder, wie z.B. Handschuhe, Ellbogen- und Knieschutz sowie Skaterhosen mit entfernbaren Pads. Nicht nur Skateboarder machen von den Produkten Gebrauch - auch die New Wave Band 'Devo' geht mit Rector Pads auf die Bühne! 1978 Der Vater der deutschen Skateboard-Szene, Titus Dittmann, verlegt seinen florierenden Einzelhandel vom Wohnzimmer in den 1. eigenen Shop in Münster: Titus Roll Sport! Skateboarder aus ganz Europa kommen um sich mit Nachschub und Ersatzteilen aus Amerika einzudecken. 1978 Hollywoods bester Surffilm, 'Big Wednesday', erscheint. 1979 Die CNC (computer numerically controlled) Full-Shape-Machine wird von Michel Barland in Frankreich vorgestellt. Dieser Prozess macht es möglich, mit dem Computer Surfboards zu kopieren, maßstäblich festzulegen und Design Spekulationen über die Telefonleitung zu übermitteln - und so auch den Shaper mit der Fabrik zu verbinden. Mit CNC kann ein Borddesigner theoretisch Maschinen kontrollieren, die 1000e Meilen entfernt sind. Die computergesteuerten Maschinen formen mit unglaublicher Genauigkeit in nur 15 Minuten ein Board - und lassen den Traum, ein favorisiertes Board zu kopieren, näher rücken. 1980 Das Revival des Malibu - oder Longboard setzt ein, als einige Surfer das Alter erreichen, wo Gleiten und Anmut wichtiger sind als Geschwindigkeit und Behendigkeit. Longboard wird zum schnellst wachsenden Segment im Surfsport und zum Sponsor einer ganzen kulturellen Renaissance. 1980 Das Jahrzehnt der Surf-Super-Stars bricht an. Rusty Preisendorfer aus San Diego und Al Merrick aus Santa Barbara, die Meister im West- Coast-Surfboard-Design, shapen Boards, die Könige hervorbringen: Tom Curren betritt die Weltbühne mit einem Merrick unter den Füßen, Mark Occhilupo mit einem Rusty. 1980 Die Surf-Weltelite und die Designer sind in eine der großen philosophischen Debatten des Surfsports verstrickt: Power contra Style! Auf der einen Seite stehen die Single-Finners der Powersurfer, Tuberider und Railcarver, die Verteidiger des Heiligen Grals sozusagen - und auf der anderen Seite die Twin-Finners, die alle möglichen kleinen Tricks zulassen. Den neuen Standard setzt allerdings keines von Beiden. Denn Simon Anderson, der australische Pro-Surfer und Shaper in Narrabeen nimmt drei Finnen mit gleichem Shape, setzt sie im Dreieck unter das Heck seines Surfboards - und gewinnt 1981 den Rip Curl Easter Classic at Bells Beach .... 1980 Die Versicherungen für die enorm frequentierten Skateparks schießen in utopische Höhen und Eltern, Richter und Stadträte setzen sich für die Schließung der Skateparks ein. Dies führt letztendlich dazu, dass die Parks mit dem Bulldozer zu ebener Erde gemacht werden. Skateboarding stirbt einen neuen Tod und die Szene verlagert sich wieder in den Untergrund. Das Hardcore Kontingent baut sich eigene Hinterhof-Halfpipes und Rampen. Titus eröffnet den ersten Outdoor Skatepark im deutschen Münster. Brad Dorfman (Vision) schließt ein Lizenzabkommen mit Tom Sims und nimmt Produktion und Vermarktung von Sims Boards auf. Gator und andere Rider kommen und sagen: "Surf Companies möchten uns sponsern, du musst deine eigene Bekleidungslinie machen." Aus dieser simplen Prämisse wird Vision Streetwear geboren - und avanciert zur erfolgreichen Mainstream Fashion. 1980 Burton und Winterstick präsentieren die ersten Snowboards mit Ski-Technologie. Der neue Prototyp basiert, wie Skier, auf P- tex. 1980 Die Snowboard Company Winterstick in Utah findet zu einer Einigung mit der lokalen Skiregion. Das Hauptproblem ist, dass die 'Stickers' zu viele jungfräuliche Schneehänge benutzen und mit ihren weiten Bögen tiefe Spuren hinterlassen. Dann gibt es Auseinandersetzungen mit den Versicherungen, die Snowboards auf den Pisten und den Liften nicht erlauben wollen. Schließlich sieht der Versicherungskonzern Lloyd's of London einen Film über den Sport und findet ihn cool. 1981 ...der australische Surfer Simon Anderson gewinnt den Bells Contest in Australien mit dem von ihm konstruierten 'Thruster', einem Board mit Drei-Finnen-System. Er kombiniert die Vorteile des Ein- und Zwei-Finnen-Systems und schreibt mit dem vielgelobten und vielkopierten Board Surfgeschichte. Mit dem Thruster leitet Simon Andersen eine der signifikantesten Designrichtungen seit derShortboard Revolution ein. 1981 Margo Oberg geht in der Meinungsbefragung von 'Surfer' zum 4. Mal als Siegerin hervor - durch diese Tatsache wird sie schließlich zum Coverstar. 1982 Suicide Six in Pomfret, Vermont ist das erste Wintersportgebiet, welches das Snowboarden erlaubt. Die 1. US Open Snowboarding Championships, organisiert von Burton, finden in dem nahe Woodstock gelegenen Gebiet statt. Das Rennen besteht aus einem 'Kamikaze Downhill' auf steiler, eisiger Piste. Der Inhalt der 1. Rennen ist 'Survival' und ein wiederkehrendes Thema der frühen Wettbewerbsgeschichte ist absurderweise das 'nicht Fallen'. Bob Boutin gewinnt auf einem Burton-Board mit einer Geschwindigkeit von 63 Meilen in der Stunde Das 1. Snowboard-Magazin erscheint unter dem Titel 'Absolute Radical'. Der Snowboard Sport fasst in Europa Fuß, Die Franzosen nennen ihn passender Weise 'Le Surf' und Surfen auf dem Schnee wird weltweit zum neuesten Wintersport. 1982 Titus organisiert den 1. Halfpipe-Contest in Münster. Sieger sind der deutsche Claus Grabke und der Niederländer Ruben Snitzler. 1982 Der 17jährige Amerikaner Tom Curren gewinnt die Amateur Weltmeisterschaften im australischen Duranbah und bringt die langanhaltende Dominanz der Australier im Surfsport ins Wanken. Curren war 2 Jahre zuvor in der 'National Scholastic Surfing Association' (NSSA), Kalifornien, entdeckt worden und beendet den Zehn-Jahres-Schlaf der kalifornischen Surfszene. Trotz der frühen Erfolge bleibt seine Seele intakt. Der scheue Tom Curren feiert spektakuläre Contest-Siege und ist doch Soulsurfer. Diese außergewöhnliche Fähigkeit bringt ihm hohe Anerkennung - und macht ihn zum Surfhero der 80er Jahre. 1983 Die Japaner entdecken die australische Goldküste und konsumieren das Areal innerhalb von maximal sechs Tagen - eine Stunde Surfunterricht inklusive. 1983 Das erste Surf-Video, 'Off the Wall 2' wird von Mickey/Natal Films veröffentlicht. 1983 Chris Sanders gründet 'Avalanche Snowboards'. Er vermarktet als erster eine Highback Bindung, bei welcher der Highback mit der Grundplatte verbunden ist. Er fördert auch die Entwicklung der Plattenbindung, der Revolution im Renn- und Alpin-Riding. 1983 Jeff Grell's Erfindung der Highback-Bindung bedeutet einen wesentlichen Fortschritt für die Fahrtechnik. 1983 Die Snowboard Weltmeisterschaften werden in Soda Springs, Lake Tahoe, Kalifornien abgehalten - organisiert von Sims. Dabei findet der 1. Halfpipe Event der Welt statt. Der Wettbewerb wird zwischen dem Burton Team, inklusive Jake Burton und dem Sims Team, inklusive Tom Sims, ausgetragen. Sims schlägt alle Mitbewerber, vielleicht weil er der Einzige ist, der mit Kanten fährt. 1983 Mit 'Hooger Booger' wird das 1. Board in einer europäischen Fabrik produziert. Hooger Booger lanciert das asymmetrische Konzept für Snowboard-Formen. 1983 Die Skatehersteller sehen ein neues Potenzial im Skateboarding. 1984 In Kalifornien wird die Umweltorganisation 'The Surfrider Foundation' gegründet. Die Gruppe, Glen Hening, Thomas Pratte und andere, ist bestrebt, Wellen und Strände weltweit durch Erhaltung, Aufklärung und lokale Aktivitäten zu schützen und verbessern. Die Organisation arbeitet sehr erfolgreich und gewinnt u. a. zwei Fälle gegen ozeanverschmutzende Papierfabriken. 1984 Jeff Hakman, Harry Hodge, Mike Miller, John Winship und der Windsurf-Champion Robbie Nash gründen das Quiksilver Europe Departement, Napali SA, in Biarritz. Windsurfing ist groß und Robbie Nash die Ikone des Sports. Trotzdem ist der Start in Europa hart - für ein paar Surfer, die versuchen ihr Bekleidungskonzept in einer Region zu verkaufen, die neun Monate im Jahr Winter hat. 1984 Vert Riding hebt ab, knapp gefolgt von Streetstyle Skating. Powell Peralta kreiert das 1. 'Bones Brigade' Skating Video und katapultiert damit Skateboarding auf ein neues Popularitätsniveau. Eine Reihe an 'Vertical' Champions taucht auf - darunter Tony Hawk, Christian Hosoi, Lance Mountain und Neil Blender. Auf der Straße kreieren Mark Gonzalez, Natas Kaupas und Tommy Guerrero neue ollie Variationen. Im Freestyle dominiert Rodney Mullen alle Bewerbe. Board-Lizenzen und Contest-Preise eskalieren und einige Pros verdienen 10.000 Dollar im Monat. Dutzende neuer Hersteller springen auf, aber der Großteil des Skate-Marktes wird von Powell Peralta, Vision/Sims und Santa Cruz bedient. Skateboard-Schuhe von Airwalk, Vans und Vision werden enorm populär, ebenso wie Skatefashion, auch bei Nicht-Skatern. 1984 Titus gründet in Deutschland T.D.G. Distribution und importiert fast konkurrenzlos Skateboards, Rollen, Achsen und das ganze Zubehör aus Amerika. 1984 Mike Olson versucht auf einem Schi zu fahren und erfindet daraufhin das moderne Snowboard. Seine Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass es besser ist, mit Gewicht auf dem Vorderfuß zu fahren, als auf dem Hinterfuß. Der Irrtum wurzelt darin, dass bisher die Technik des Skateboardens auf das Snowboarden übertragen wurde. Der Surfboarddesigner experimentiert seit den späten 70er Jahren mit Snowboarddesigns - und bringt diese nun auf den Markt. Olson gilt heute als der Gründer von 'Gnu' und 'Lib Tech' Snowboards. Jake Burton beginnt mit der Entwicklung von Snowboard-Bekleidung. 1985 Quiksilver Europe macht einen Jahresumsatz von 5 Mio. Dollar. Jeff Hakman und Hary Hodge schauen sich auf den Schipisten um und beschließen, Surfbekleidung in die Berge zu bringen. Damit geben sie dem Unternehmen eine neue Richtung und sichern das Ganzjahres-Business. Der Umsatz schnellt innerhalb von 2 Jahren auf 6 Mio. Dollar. Robbie Naish prägt das Markenbewusstsein in den 'non surfing countries'. 1985 Die ebenfalls australische Surf Company Rip Curl gründet an der französischen Atlantikküste ihre Europa Niederlassung. 1985 Kelly Slater, gerade 13 Jahre alt, geht aus der Meisterschaft der 'Eastern Surfing Association' (Boys Division) als Kindwunder, Halbgott, Superfreak hervor. Und das ist erst der Anfang. Der 6-fache Weltmeister wird heute als einer der elektrisierendsten Surfer in der Galaxy gesehen - und seinesgleichen ist noch nicht geboren. Er ist der Anführer der New-School-Revolution und wird auch für die nächste Generation unsterblich bleiben. 1985 Tom Curren, Tom Carroll und Martin Potter boykottieren den südafrikanischen Teil der ASP-Tour, um ihren Protest gegen die Apartheid zu demonstrieren. 1985 Sean Collins, Jerry Arnold, Craig Masuoka und Dave Wilk gründen das Unternehmen 'Surfline', die erste gebührenpflichtige Telefon-Wettervorschau. 1985 Der Snowboardmarkt explodiert. Das 1. Snowboard-Magazin 'Absolutely Radical' ändert seinen Titel in 'International Snowboard Magazine' um das Image des Sports zu entschärfen. Auf den Schultern des Herausgebers, Tom Hsieh, sitzen die zwei treibenden Kräfte der Snowboard-Szene: Jake Burton und Tom Sims. Jake Burton denkt, dass für eine weitere Breitenwirkung des Sportes eine Angleichung an den Schisport notwendig sei - und fordert eine verstärkte Veröffentlichung von Carving-Fotos. 1985 James Bond wird in 'A View to Kill' von den US-Snowboardern Steve Link und Tom Sims gedoubelt. 1985 Die Europäer beginnen ihre eigenen Snowboard-Contests zu organisieren. Die ersten Meisterschaften finden im Schnalstal statt. 1985 Jake Burton entwickelt einen Softboot mit Innenschuh nach dem Vorbild des 'Sorel Champion' Modelles. Die meisten Schuh- hersteller kopieren das Design. Jake reist mit seiner Frau Donna nach Innsbruck, um dort, gemeinsam mit Hermann Kapferer, Burton Europe zu gründen. Im ersten Jahr werden 150 Boards verkauft. Die europäische Schi-Industrie ist der Snowboard-Technologie weit voraus. P-tex-Technologie und Stahlkanten treiben die Entwicklung im Snowboardbau voran. In weiterer folge übernimmt Jake Burton Krümmung, vertikalen Holzkern und Seitenschnitt-Geometrie von der europäischen Ski Technologie. 1986 Rodney Mullen dominiert Freestyle-Skateboarding in den 80er Jahren. Seine größte Zeit erlebt er zwischen 1986 und 1991. Rodney Mullen: "I felt like a Rockstar." 1986 Tom Curren und Occi (Mark Occhilupo) treten zum Bells Easter Cassic in einem der großartigsten man-on-man-heats in der Surfgeschichte an. Tom Curren verlässt das Wasser als der jüngste Weltmeister der modernen Ära. 1986 Jeff Hakman und Harry Hodge verfallen dem 'neuen Sport' Snowboarding, der für sie eine Kombination von Surfen und Schifahren ist, gepaart mit einer jugendlichen Arroganz - und finden darin die ideale Orientierung für das Bekleidungskonzept von Quiksilver Europe. Quiksilver geht als 1. Surf Company an die Börse. 1986 Terry Kidwell ist der 1. Star der Snowboard-Szene und der erste, der ein Signature Modell (vermarktet von Sims) sein eigen nennen darf. Ihm folgen weitere Stars wie Craig Kelly, Bert La Mar und Shaun Palmer. 1986 Jake Burton erkennt das Potenzial des europäischen Marktes und reist mit seinen Snowboards erstmals nach München zur ISPO, der führenden europäischen Sportartikelfachmesse. 1986 Der erste beachtenswerte Snowboard-Film erscheint in Frankreich unter dem Titel 'Apocalypse Snow'. Der französische Snowboarder Regis Rolland, tritt in der Hauptrolle auf. Der Film ist enorm erfolgreich und verursacht die Explosion des Snowboard Sports in Europa. 1986 In Österreich wird eine Snowboard Vereinigung gegründet, die in ihren Ursprüngen unter dem Titel 'VÖSS' firmiert und später in ASA (Austrian Snowboard Association) umbenannt wird. Ziel der Vereinigung ist es, den Sport und das Movement gemäß dem Prinzip 'Snowboarding by Boarders for Boarders' zu lenken. 1987 Steve Rocco fliegt aus dem Vision Skateboard Team und startet ein eigenes Unternehmen. 1987 Jack Barfoot, der sich von Sims getrennt und eine eigene Company gegründet hat, bringt das 1. 'Twin Tip Freestyle Board' auf den Markt, designt von seinen kanadischen Teamridern Neil Daffern und Ken Achenbach. Die breitere Stellung und die Vorwärts-/Rückwärts Fahrmöglichkeiten des Boards sind den Ridingstyles und den Boarddesigns um drei Saisonen voraus. 1988 Das 'Time Magazine' schreibt in seiner Januar Ausgabe: "Snowboarding ist die furchtbarste neue Sportart ... ein plumper Annäherungsversuch an die elegante Präzision des Schifahrens ... Es geht beim Snowboarding nicht um Stil, sondern um einen Rausch der Hormone." Es wird von den schlimmen Burschen und Mädchen gesprochen, die Schifahrer wie Kegel umwerfen. 1988 Die 1. echten World-Cup-Snowboard-Series finden an Locations in USA und Europa statt. 1988 Rodney Mullen und Mike Valleley kommen ins Skateboard Team von Steve Rocco und dieser hat nun eine echte Company mit richtigen Ridern. Unter dem neuen Namen World Industries treibt Steve Rocco fürs erste einfach Unfug, bringt Skateboard Shapes, die nicht nach Skateboards ausschauen und Board-Graphics mit Cartoons statt Schädeln. Der Erfolg setzt mit dem 'Mike Vallely Animal Farm Board' ein. Die Cartoon-Charaktere von Marc Mckee distanzieren sich nicht nur von den üblichen Totenkopf-Motiven, sondern bringen auch Humor in das Skateboard-Design. 1988 Der zweifache Surf-Weltmeister Tom Carroll unterschreibt einen Fünf-Jahres-Vertrag mit Quiksilver und wird dadurch zum ersten 'million-dollar-man' der Surfwelt. 1989 Für kurze Zeit tritt die Snowboard-Szene in eine peinliche Phase ein: Die Surfwear-Giganten Ocean Pacific und Kemper sind die Hauptschuldigen. Sie verwandeln Team Rider wie Damian Sanders, Dana Nicholson und Andy Hetzel in Glühstäbe auf der Piste. Enge Neonbekleidung und seltsame Grabbing Tricks mit Namen wie 'Chicken Salad' oder 'Roastbeef' kommen in Mode. Leider gräbt sich diese Phase tief in das öffentliche Bewusstsein ein und das Image ist schwer wieder zurechtzurücken. 1989 Der 1. Snowboard Austria Cup findet in Sölden statt. Mit dabei: Der Freestyle Hero der frühen 90er Jahre, Max Plötzeneder, der auf der Buckelpiste gegen Alpinfahrer Alex Schwab ausscheidet. 1989 Tim Puimarta, verantwortlich für Forschung und Entwicklung in der innovativen Skateboard Company NHS, präsentiert Everslick, eine spezielle Type von Thermoplastik, die den Boden der Boards bedeckt und eine unnachahmliche Gleitfähigkeit bewirkt. Innerhalb von 6 Monaten sind Kopien der bahnbrechenden Idee inallen Skate Companies zu finden. 1989 Skateboard Ambassador Jim Fitzpatrick leitet die Europa-Tour der 'Bones Brigade'. Zurück in den Staaten, forciert er die Gründung einer der SIMA (the Surf Industry Manufacterers Association) gleichwertigen Organisation für die Skateboard Industrie. Resultat dieser Bestrebungen ist 'the International Association of Skateboard Companies' (IASC). 1989 Die 1. offizielle Skateboard WM Europas, 'Münster Monster Mastership', findet in Münster, initiiert von Titus statt. 1990 Die wirtschaftliche Rezession Anfang der 90er Jahre verpasst der gesamten Industrie einen Dämpfer. Skateboarding hat mit einer neuen Nemesis zu kämpfen: Rollerblading. Wie in der Vergangenheit bleibt ein Hardcore-Kontingent beim Sport - aber die Zermürbung ist nicht so groß wie in den Ären zuvor. 1990 Mark Gonzales, der bei Vision unter Vertrag ist, taucht bei Steve Rocco auf und ist begeistert von der unorthodoxen Arbeitsweise bei World Industries. Die Idee zum Label 'Blind' kommt von ihm: Blind als Gegenteil von Vision! Mit Jason Lee und Mark Gonzales im Team hebt Blind vom Start weg ab. In weiterer Folge zeichnet Rocco für die Labels '101', 'Plan B' und 'A-Team' verantwortlich. Chris Carter und Mike Hill kündigen bei Gordon & Smith und gründen das Label 'Alien Workshop'. Sie sind eine der ersten die Alien Produkte vermarkten - und starten mit dieser kontroversen Idee trotz Rezession und Unterkapitalisierung durch. 1990 Mit einem Budget von 400.000 Dollar produziert Bill Delaney 'Surfers: The Movie', einen Film mit spirituellen Einflüssen. Kritiken zufolge ist schon allein das Dora-Interview das Eintrittsgeld wert. 1991 Die Skate-Industrie ist tief von der weltweiten Rezession getroffen und beginnt sich selbst neu zu erfinden. Rodney Mullen wechselt in die Welt des New School Skating und tauscht sein Freestyle- gegen ein Streetskate-Board ein. Viele der Tricks, die er in den 80er Jahren einführte, sind das Fundament des New School Skateboarding - und so ist Rodney bis heute eine treibende Kraft im Skateboarding. Die Freunde Steve Lake und Dennis Telfer aus La Jolla, Kalifornien, formulieren eine Idee, die zum Revival des bisweilen stiefmütterlich betrachteten Longboarding führt. Ihr Goal ist es, ein Board zu bauen, das mehr wie ein Surf- oder Snowboard zu riden ist. Das Board erscheint unter dem Label 'Sector 9' und beeinflusst die Welt des Skateboardens dramatisch. Longboards unterscheiden sich von Skateboards durch viel größere und weichere Räder. Auch traditionelle Skateboard Hersteller nehmen Longboards in ihr Angebot auf. 1991 Der Surfhero Kelly Slater wird vom 'People' Magazine zu einem der 50 schönsten Menschen ernannt - und etabliert sich damit auch als neue Verbindung der Surfszene zum Mainstream. 1991 Die australische Surf Company Billabong, bekannt für Surfanzüge und Surfwear, gründet eine Europaniederlassung an der französischen Atlantikküste. 1991 Eine neue Welle im Skateboarding rollt an - ausgelöst von den Kindern der Babyboomers - und wird zur 4. und vielleicht permanenten Welle!? 1992 Der Begriff 'Kartoffelchip' kommt auf und charakterisiert einen schmaleren, dünneren und konkaven Board-Shape mit verlängertem Tail. Die neuen Surfergeneration - durchschnittlich 19 Jahre alte Kids wie Kelly Slater, Ross Williams, Shane Dorian, Taylor Knox, Rob Machado, Shane Herring und Shane Powell spielen Gitarre, zeichnen ihre eigenen Graphics auf die Board-Decks und surfen die Wellen, wie man es noch kaum zuvor in der Surfgeschichte gesehen hat. Der Kartoffelchip war so abgehoben, das außer den Pros keiner auf ihm riden konnte. 1992 Der Begriff 'Surfen' im Internet wird von Jean Armour Polly geprägt. 1993 Quiksilver CEO Bob Mc Knight und seine Mitarbeiter sichten beim Besuch der Nordküste einen neuen Trend: Mädchen in den Surftrunks der Männer. Der Beobachtung folgt das Konzept zum Label Quiksilver Roxy, welches die Revolution im femininen Surfen auslöst. 1993 'Air & Style', der 1. In-City-Snowboard-Event findet in Innsbruck auf der Berg Isel Schanze statt. Sieger ist Reto Lamm. Den 3. Platz belegt Shaun Palmer. CNC (Computer Numerical Control), der Drei-Achsen-Router, wird von Burton für den Snowboard-Bau entdeckt und findet in der Produktion von Snowboard-Kernen Verwendung. PLC-kontrollierte Board-Pressen sind implementiert. (PLC = programmable logic control) 1994 Snowboarden wird zum olympischen Sport erklärt. Jake Burton eröffnet in Urawa-shi, Japan eine Niederlassung. 1994 Ein Industriedesigner taucht bei Santa Cruz auf und möchte injection-molded Plastik Snowboards herstellen. Die Leute bei Santa Cruz denken sofort: Skateboard! Soviel zur Geschichte von 'NuWood', dem ersten wirklich recyclebaren Skateboard, das 1000 Jahre im Regen stehen kann, ohne einen Schaden davon zu tragen. 1994 Am Cover des 'Wallstreet Journal' ist zu lesen: "Snowboarding ist der am schnellsten wachsende Sport mit Wachstumsraten von mehr als 50% gegenüber dem vergangenen Winter." 1994 Sims und Shannon Dunn stellen das 1. Women's Signature Board vor. Viele technisch orientierte Bekleidungshersteller reagieren auf die Nachfrage nach spezieller Damenbekleidung. 1994 Der 1. große Boarder-Cross wird in Sölden ausgetragen. 1994 Lisa Andersen aus Florida gewinnt den ersten ihrer vier Welttitel - Kelly Slater, ebenfalls aus Florida, holt sich den zweiten. Es gab schon Surferinnen vor Lisa Anderson - aber Lisa hatte das Zeug zum Rollenmodell und weckte in vielen jungen Mädchen die Surfbegeisterung. Das negativ Stigma, das femininen Surfern zuvor anhaftete, löst sich mit Lisas Sex Appeal und Girl Power endgültig auf. 1995 Der Modedesigner Ralph Lauren mietet alle Objekte aus dem Surfmuseum in Santa Barbara und stellt es in seinem Haute Couture Showroom in der Madison Avenue aus. 1995 Ride geht als 1. Snowboard-Produzent der Welt an die Börse. Schon am 1. Tag wird Kapital in der Höhe von 5,75 Mio. Dollar aufgebracht. 1995 Der Tiroler Martin Freinademetz wird Doppelweltmeister in Davos. Die Tirolerin Christine Rauter gewinnt im Duel. Die beiden befinden sich in bester Gesellschaft: Auch der Norweger Haakonsen holt sich einen Titel. 1995 Der japanische Snowboardmarkt wächst dramatisch. 1995 Skateboarding schneidet zu den 'ESPN 2 Extreme Games' großartig ab. Die Umsätze von Skateboard Schuhherstellern wie Ethnies und Vans steigen enorm - und auch die Hersteller von Soft Goods profitieren einmal mehr von der Popularität des Skateboardens. 1997 Skateboarding ist laut einer Studie des US-Händlerverbandes NSGA mit +35% der Wachstumssport Nr. 1 in USA. Eines der wichtigsten Dinge, welche die IASC (the International Association of Skateboard Companies) unter der Ägide von Jim Fitzpatrick ausführt, ist die Sicherung, dass Skateboarden legal als 'gewagte Sportart' klassifiziert wird. Diese Klassifizierung bedeutet, dass die Anhänger des Sports das Risiko akzeptieren und bei Verletzungen die Öffentlichkeit nicht haftbar machen. Nach zahlreichen Präsentationen und Komitee-Beratungen geht 'AB 1296' schließlich im Oktober 1997 durch. Nach dieser Abänderung des kalifornischen Gesundheits- und Sicherheitsgesetzes entstehen überall im Land neue öffentliche Skateparks. Trotz der Tatsache, dass die Verletzungen im Skateboarding weit geringer als vergleichsweise im Football, Rollerblading oder Hockey ausfallen, ist die Gesetzesänderung notwendig - einfach um die Haltung der Öffentlichkeit zu entkräften. 1997 Die Produzentenvereinigung der Surfindustrie errechnet einen Umsatz in der Höhe von 1,5 Bio. Dollar. Es wird geschätzt, dass 4 Mio. Amerikaner schon einmal in ihrem Leben gesurft haben. Surfen ist als Business groß genug, um in wirtschaftlicher Hinsicht ernst genommen zu werden. Quiksilver erreichte schließlich 1997 mit einem konsolidierten Netto-Umsatz von 281,8 Mio. Dollar, ein Wachstum von 19,8% gegenüber 1996. In einer Welt von High-Tech-Produktion, exotischen Kunststoffen und computergestütztem Design werden Surfboards nach wie vor handgemacht. Dazu der Surfboarddesigner Maurice Cole: "Die Surfindustrie ruht auf den Schultern einiger 1000 Handwerker weltweit. Viele davon verbrachten viele miserable Jahre, nur um surfen zu können. Sei auf der Hut, irgendetwas zu tun, das den Lebensunterhalt dieser 'geweihten' Individualisten gefährden könnte." 1998 Zu den olympischen Winterspielen in Nagano/Japan wird Snowboarden mit Freestyle, Riesenslalom, Slalom zur olympischen Disziplin. Zum Nachteil der Snowbord-Szene ist der Event von Skifahrern ausgerichtet - und muss deren Regeln, Kursen, Anlagen und Rankings folgen. Top Rider wie Terje Haakonsen und Martina Magenta verweigern die Teilnahme. Beim Kanadier Ross Rebagliato, der im Riesenslalom die Goldmedaille gewinnt, werden im Harntest Spuren von Marijuana nachgewiesen. Nachdem Marijuana zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Doping-Liste des IOC geführt wird, darf Ross seine Medaille behalten. Martin Freinademetz muss das Österreich- Camp in Nagano frühzeitig wegen 'Vandalismus' verlassen. So wahren die Snowboarder ihr Image auch beim 1. Olympia-Auftritt. 1998 Das Resummee der Austrian Snowboard Association: 5 Medaillen bei der WM, 8x Edelmetall bei der EM, dazu insgesamt 2 ISF Tourgesamtsiege. Die absoluten Stars sind Duel Profi Karl-Heinz Zangerl, der seinen WM-Titel im Parallelslalom erfolgreich verteidigen konnte, der Kärntner Sigi Grabner mit je zwei Goldenen bei der EM, Silber bei der WM und einem Doppeltriumph auf der Tour, sowie die Steirerin Ine Pötzl, die mit Gold bei der EM und Silber bei der WM zur Boardercross Queen aufstieg. Aber auch die Bronze Olympia-Medaille von Gitti Köck und weiteren Medaillen bei EM und WM, sowie die überraschende EM- Silberne der 20jährigen Tirolerin Heidi Neururer zeigen die Dominanz der Austrian Boarder auf internationaler Ebene. Sensationell ist die Leistung des niederösterreichischen Freestylers Steve Gruber, der sich Silber bei der WM und Bronze bei der EM in der Halfpipe holte und damit die skandinavischen Weltstars in den Schatten stellte. 1998 Unter dem Dach von Burton wird das Brand Gravis lanciert, eine komfortable Schuh-Line für Rider 1998 Das dritte Millennium naht und die Surfindustrie arbeitet intensiv an Innovationen. Dazu Tai Vandyke, Full Fin Pressure, Hawaii: "Erstaunlicherweise sind uns die Schaum- und Fiberglas Boards lange Zeit geblieben. Aber werden sie dem Hochleistungsdruck für immer widerstehen können? Was immer kommen wird, eines ist gewiss: Es muss verdammt gut sein." Einer der wichtigsten und lange Zeit vernachlässigten Aspekte im modernen Surfboarddesign ist die Konstruktion von immer wieder neuen Finnen, die, je nach Gegebenheit und persönlicher Vorliebe individuell einsetzbar sind. Die Industrie arbeitet an besseren Blättern, neuen Materialien, Formen - und erwartet sich davon den nächsten Durchbruch in der Surfperformance. 1998 Larry Gordon bringt ein Fibreflex Longboard auf den Markt und lässt Fibreflex zu einem der dauerhaftesten Begriffe im Skateboarding werden. Bei NHS erscheinen die ersten Grip Tapes mit Vollfarb-Graphics, genannt 'Roofies'. Tim Puimarta hat es geschafft, Fotos in Grip Tapes zu integrieren. 1999 Das 18. Münster Monster Mastership wird in die Dortmunder Westfalenhalle verlegt, weil schon im Vorjahr 1.000 Zuschauer aus Platzmangel nach Hause geschickt werden mussten. 150 Cracks aus USA, Brasilien, Kanada, Australien und 20 weiteren Skateboard-Nationen treten vor 20.000 Zuschauern auf. 1999 Skateboarden feiert seinen 40. Geburtstag. Bis zum Ende der Dekade liegt der Fokus auf Streetstyle und die Industrie ist voll von zahlreichen Herstellern und Vermarktern. In vielen Fällen entwickeln Pro-Skater ihre eigenen Produkte und managen ihre eigenen Companies. Longboarden, eine fast vergessene Skate-Art mit langen Boards erlebt ein Revival und Downhill Skateboarding ist dank street luge in eine neue Dimension getreten. 1999 Es gibt etwa 300.000 Snowboarder in Österreich, darunter etwa ein Drittel Mädchen. Die Szene ist von der Faszination Board Sports erfasst. In den urbanen Zentren dominiert der Skaterstyle - mit baggy pants, oversized Shirts und Jacken, Skater Schuhen und Beanies. Die Massenindustrie hat den Stil der Independant Labels längst kopiert und dieser ist überall erhältlich - selbst in Supermärkten. Der Szenekern entdeckt ein neues Spielzeug: Das Surfboard! Surfen boomt in Spanien und Frankreich - und auch die österreichische Snowboard-Gemeinde verbringt die Sommerferien surfend an der französischen Atlantikküste. 1999 Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch startet die 'Wave Tour' und zieht mit einer eigens entwickelten, transportablen 'stehenden Welle' durch die Metropolen. Die 'perfekte' Welle schafft gleiche Bedingungen für alle und verbindet in der erforderlichen Ride-Technik Surfen, Skateboarden, Wakeboarden und Snowboarden. Die europäische Surfindustrie organisiert sich mit der Gründung der Eurosima (European Surf Industry Manufacterers Association) - die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Surfsport und verwandte Board Sports zu fördern und als zentrale Stimme der Industrie zu dienen. Präsident der Eurosima mit Sitz in Capbreton, Frankreich, ist Harry Hodge (Quiksilver). 2000 Die Kids sind im Pokemon-Fieber und die 'Suche nach der perfekten Welle' wird auch zum Inhalt einer Pokemon-TV-Sendung. 1979 erschien übrigens schon Fred Feuerstein als eine Art surfender Junge im Fernsehen. 2001 Gotcha Glacier, der erste einer landesweiten Kette von Indoor- Snow-/Skate-/Surf-Parks wird in Anaheim eröffnet. In der künstlich angelegten Fun-Zone stehen sechs stehende Wellen zur Verfügung. Die nächste natürliche Welle kann zehn Meilen entfernt in Huntington Beach geritten werden. 2002 Die olympischen Spiele finden in Salt-Lake-City, Utah, statt. Ross Powers und Craig Kelly holen sich Gold in der Halfpipe 2002 Burton lanciert die Streetwear-Line Back to School (BTS) 2002 ISF, die Internationale Snowboard Federation stellt Ihre Aktivitäten nach langem Hin und Her wegen Insolvenz ein. 2002 der amerikanische Designer Calvin Klein lanciert das Parfum für die Skatergeneration: Crave (deutsch: sehnsüchtig) - the new Scent for men. Das Werbesujet strahlt Erotik aus. Der Jüngling mit nacktem Oberkörper und ausgebleichtem blondem, schulterlangem Haar bedient das Klischée des Surfers. 2003 Surfboard auf den Laufsteg: Die großen Modehäuser, von Louis Vuitton über Chanel bis Balenciaga zeigen glamouröse Mode aus Neopren. Der geschlossenzellige Schaumstoff auf Chlorprenkautschukbasis mit Eigenschaften wie Meerwasserresistenz, isolierend, umweltfreundlich, ozon- und wetterbeständig, dehnbar, ... in der Tagesmode?! Ja, es liefert den erwünschten 60er-Jahre-Plastik-Charakter! 2003 Burton schafft es, den Sony Walkman Net MZ-N1 MDTm in die Analog Clone Jacke zu integrieren. 2003 Craig Kelly, einer der großen Snowboarder der ersten Stunde kommt bei Video-Dreharbeiten ums Leben. Er wird unter einer Lawine begraben und stirbt den 'weißen Tod'. 2003 MTV sendet erstmals am 12. Mai die neue Reality-Show 'Surf Girls'. Es ist die Geschichte von fünfzehn Mädchen, die weltweit an Surfcontests teilnehmen. Informationsquellenverweis: * surf guide 1998 'surfboards' - special collector's series; Primedia Magazine Group; USA; * Surfer - 40th anniversary collector's issue; a Petersen Publishing Company, Kalifornien; * The History of Surfing (Nat Young) Palm Beach Press; ISBN 0 9591816 4 4. * Mr Sunset - the Jeff Hakman Story (Phil Jarratt) GenX in association with General Publishing Group Inc., ISBN: 1-57544-065-2 * Internet: * Stoked - Die Geschichte des Surfens (Bruce Brown, Drew Campion) www.inorangecounty.com www.surfart.com www.users.cts.com the concrete wave - the history of skateboarding (Michael Brooke) Warwick Publishing Inc., Toronto - Los Angeles ISBN: 1-894020-54-5 Evolution (Jon Wagner) Burton Danke: Österreichischer Wellenreiter Verband (Philipp Lamprecht, Martin Roll, Holger Hassenpflug)